ungewöhnliche Kooperation zwischen Meir Panim und der Polizei | Freunde von Meir Panim eV

ungewöhnliche Kooperation zwischen Meir Panim und der Polizei

Liebe Freunde,
letzte Woche haben wir Or Akiva besucht, um uns vor Ort von der ungewöhnlichen Kooperation zwischen Meir Panim und der Polizei zu informieren.
Die Polizei hat ihre Zusammenarbeit mit Meir Panim intensiviert, um besonders bei den Jugendlichen eine größere positive Akzeptanz und Respekt aufzubauen. Wir haben uns mit dem beduinischen Beamten H getroffen, der bei der Polizei der Verbindungsmann zur Gemeindeverwaltung und zu Meir Panims Mitarbeiterin Ilanit ist.
„Mein Ziel ist es, Festnahmen und Hausbesuche ohne großes Aufheben über die Bühne gehen zu lassen“, sagt der nach außen hin sehr ruhige und freundliche Polizeibeamte. „Doch ich musste oft erleben, wie schnell sich mir gegenüber eine aggressive Stimmung aufbaute, sobald ich in meiner Uniform erschien.“
Frustriert wandte er sich an Ilanit von Meir Panim, die von den Menschen geliebt und respektiert wird. Sie hat ihnen das Vertrauen in Autoritäten mit ihrer Arbeit zurückgegeben.
Ihre erste konkrete Zusammenarbeit kam zustande, als H nach einem vermissten Jugendlichen suchte. Drei Tage blieb seine Suche erfolglos. Dann rief Ilanit an und informierte ihn, dass der Junge bei ihr daheim auf dem Sofa sitze. “Da wurde mir schlagartig klar, dass Ilanit der Schlüssel ist, weil ihr die Menschen hier großes Zutrauen entgegenbringen!“
Seitdem ist Ilanit seine feste Anlaufstation. Sie unterstützt H gern bei schwierigen Hausbesuchen, um die Situation zu entspannen. Gleichzeitig beteiligt sich die Polizei auch regelmäßig an Aktivitäten, die von Meir Panim initiiert werden. Ob beim Packen von Lebensmittelpaketen, dem Purim Karneval oder den Sommerferienlagern für Kinder.
H berichtet, dass sich in den letzten Monaten dadurch so einiges verändert hat.
„Als wir mitten in der Nacht einen Vater festnehmen mussten, der wegen Mordes gesucht wurde, und seine Frau auch gleich mitnahmen, die unter Drogen stand, hat Ilanit dafür gesorgt, dass die beiden kleinen Kinder, 3 und 5 Jahre alt, ordentlich versorgt wurden. Gegen Mittag konnten die Kleinen zu ihren Verwandten, mit denen Ilanit auch jetzt noch regelmäßig in Kontakt steht.“ Das Jugendamt hätte mitten in der Nacht keine so kindgerechte und schnelle Lösung organisieren können.
„Wenn wir verschuldete Familien aus ihren Wohnungen räumen müssen, ist Ilanit immer an unserer Seite. Sie beruhigt die Leute und sucht parallel nach einer neuen Unterbringungsmöglichkeit für sie.“
Auch in dem Fall des vermissten Jungen, der H und Ilanit zusammenbrachte, war der Polizeibeamte schockiert zu sehen, in welch ärmlichen Verhältnissen die Familie des Jungen lebte. „In ihrem Kühlschrank herrschte gähnende Leere. Es gab keine Heizung und Matratzen waren die einzige ‚Möblierung’. Ich rief Ilanit an, sie kam sofort und organisierte erst einmal etwas zu essen und ein paar Möbel.“
Dank der intensiven Kooperation zwischen Polizei und Meir Panim erleben die Menschen H nicht nur bei Festnahmen, er steht auch schon mal mit einem Computer oder einer warmen Mahlzeit ‚bewaffnet’ vor ihrer Tür. Einige Kinder sind so beeindruckt von ihm, dass sie ihn sogar um ein Autogramm bitten!
Andere Städte sind auf die Erfolge dieser Kooperation aufmerksam geworden. Es ist zu hoffen, dass das MILA-Projekt auch dort bald zum Einsatz kommen wird.