Schockierende Armutsstudie erschüttert Meir Panim | Freunde von Meir Panim eV

Schockierende Armutsstudie erschüttert Meir Panim

Schockierende Armutsstudie erschüttert Meir Panim

Das israelische Sozialversicherungsinstitut gab im Dezember 2015 seine jährliche Armutsstudie für das Jahr 2014 heraus. Darin wird festgestellt, dass über 1,7 Millionen Israelis unter der Armutsgrenze leben – das betrifft im Schnitt auch jedes dritte Kind.
Goldie Sternbuch, Leiter der Auslandsabteilung von Meir Panim, schätzt die diesjährige Studie, die jährlich erstellt wird, als besonders alarmierend ein.

444.900 israelische Haushalte bzw. 1.709.300 Menschen insgesamt leben unter der Armutsgrenze. Somit sind 22 Prozent der israelischen Bevölkerung, die 8 Millionen Menschen zählt, betroffen. Die Armutsrate der älteren Bewohner Israels ist auf 23 Prozent angewachsen. 776.500 Kinder sind von Armut betroffen, das sind 31 Prozent der Kinder in Israel.

„Jedes Jahr wird nach der offiziellen Verkündung dieser Studie von der Regierung und politischen Parteien eine wahre Flut an möglichen Entwicklungsprogrammen in den Medien diskutiert, um dieses Problem in Israel in den Griff zu bekommen“, kommentiert Sternbuch. „Doch die Bedürftigen brauchen Soforthilfe. Die guten Absichten der Politiker brauchen zu lange, um entsprechende Beschlüsse und Budgets auf den Weg zu bringen. Deshalb springt Meir Panim ein, wenn es um die tägliche Soforthilfe geht.“
Die hat Meir Panim in den vergangenen 15 Jahren mit unterschiedlichen Maßnahmen erfolgreich umsetzen können.

Im Vergleich zu 2013 ist 2014 ein deutlicher Anstieg der Zahl armer Familien, Alleinlebender und Kinder zu verzeichnen. Weltweit hat laut einer OECD-Studie nur Mexiko eine noch höhere Rate an einkommensbedingter Armut vorzuweisen als Israel.
„Seit der Armutsstudie von 2013 ist die Entwicklung zu beobachten, dass immer mehr arbeitende Menschen unter die Armutsgrenze fallen. Bis dahin galt Armut als ein Problem einiger Weniger, doch jetzt wird deutlich, dass es auch die hart arbeitende israelische Bevölkerung erreicht hat“, erläutert Sternbuch.
Die Situation der Menschen, die bereits 2014 arm waren, hat sich seitdem sogar noch verschlechtert – der Schweregrad der Armut ist um 10 Prozent gestiegen.

„In den letzten zehn Jahren, die ich bereits für Meir Panim tätig bin, haben wir eine Verschlechterung des einfachen Lebensstandards in israelischen Haushalten festgestellt“, kommentiert Sternbuch. „Sogar Paare, wo beide Partner berufstätig sind, wenden sich verstärkt an Meir Panim, um in den landesweit sechs Zweigstellen Unterstützung in der Versorgung ihrer Familie zu erhalten. Hinzu kommt noch die abermals verschärfte Situation der älteren Menschen sowie der Arbeitslosen.“

Meir Panim bekämpft die Armut das ganze Jahr hindurch in Form von Lebensmittelpaketen, Free Restaurants und FoodCards sowie durch Jugendclubs und Ferienlager. „Wir müssen sicherstellen, dass Kinder ausreichend zu essen bekommen und sie der Zukunft hoffnungsvoll entgegenblicken können“, findet Sternbuch.
Israel ist weltweit anerkannt für hochklassige technische, medizinische und landwirtschaftliche Fortschritte. „Doch für die Zukunft Israels ist es entscheidend nicht zu vergessen, dass jedes dritte Kind in Israel in Armut lebt und nicht genug zu essen bekommt“, gibt Sternbuch zu bedenken. „Dies schränkt ihre schulischen Leistungen stark ein. Hungrige Kinder können ihr Potenzial nicht ausreichend ausschöpfen. Es ist fraglich, ob Israel auch in zehn Jahren noch in der Welt seinen Ruf als innovatives Land halten kann.“